Gegen die Großmeister
17.12.2011. In der Bezirkliga spielten wir mit der 1. Mannschaft in Lingen. Das besondere: Lingen stellte an den ersten beiden Brettern zwei Großmeister auf: Viktor Korchnoi - mehrfacher Vizeweltmeister und Seniorenweltmeister - und Lev Gutmann. Wir verloren zwar mit 1 : 7. Aber es war schon ein besonderes Erlebnis.
Das Medieninteresse war groß. Selbst für den Deutschen Schachbund war das etwas ganz besonderes und er widmet dem Auftritt von Viktor Korchnoi einen eigenen Beitrag. Ihr findet ihn hier. Es galt nicht nur den Großmeistern, sondern insgesamt dem Projekt Lingen nach dem Motto - Erfahrung trifft auf Unbekümmertheit. Die beiden Großmeister sind in die Jahre gekommen. Gleichzeitig gehören aber zur Mannschaft 4 Jugendliche, die unter 14 Jahre alt sind. Ausführliche Informationen findet ihr beim SV Lingen. Und auch die Neue OZ widmet GM Korchnoi und GM Gutmann einen Artikel. Und die Partie von GM Korchnoi gegen Frank Höppner könnt ihr beim DSB nachspielen. Auch im Wittlager Kreisblatt wurde am 22.12.2011 darüber berichtet.

Frank Höppner spielte mit Weiß gegen Viktor Korchnoi und Andreas Heick mit Schwarz gegen Lev Gutmann. Man könnte annehmen, dass die beiden Partien wegen des riesigen Klasseunterschiedes am schnellsten beendet würden. Aber weit gefehlt. Beide hielten sich lange hervorragend und der Mannschaftskampf wurde schon vorher an den übrigen Brettern entschieden.
Steffen Schnier mußte die erste Niederlage der Saison hinnehmen. Er verlor einen Springer und wurde Matt gesetzt. Auch Andreas Püschel und Gerhard Niemann verloren, bevor Bernd Wallstab sich auf ein Remis durch "Dauerschach" einlassen musste. Nach dem Verlust zweier Bauern und der Partie durch Olaf Dunkhorst hatte Lingen mit 4,5 : 0,5 den Mannschaftskampf bereits gewonnen.
Inzwischen waren fast vier Stunden vergangen und an den beiden Spitzenbrettern wurde noch hart gekämpft. Frank Höppner stand die ganze Zeit sowohl positionell wie auch materiell gegen Viktor Korchnoi ausgeglichen. Im Endspiel musste er dann aber doch zulassen, dass ein Freibauer den Weg zur Grundreihe fand und bevor er in eine Dame umgewandelt wurde, gab Frank die Partie auf. Kommentar von Viktor Korchnoi: "Sehr gut gespielt". Bei Andreas Heick gab es einen ähnlichen Verlauf. Er lag im Turmendspiel nur einen Bauern zurück. Trotz zäher Gegenwehr musste auch er den Bauernvorstoß zulassen.
Als letzter beendete dann Horst Hüsemann die Partie. Er hatte die Dame gewonnen und dafür Turm, Springer und einen Bauern gegeben. Es folgte eine komplizierte Partie. Viktor Korchnoi saß während der gesamten Zeit am Brett, wie es seine Art ist. Nachdem die Partie beendet war, warf er noch einen kurzen Blick über die Schulter von Horst Hüsemann auf die schwierige Stellung. Beim Herausgehen hat er auch hierzu einen Kommentar: "müssen verrückt gespielt haben. Aber nun ist remis". So war es denn auch: beide gaben sich keine Schwächen und einigten sich letztlich auf Unentschieden zum Endstand von 1 : 7.